Werkstatt-Tag zur Demenzstrategie Rheinland-Pfalz 2025–2030

Nach der Begrüßung durch die Zweite Kreisbeigeordnete Almut Schultheiß-Lehn und Marion Hilden-Ahanda vom Ministerium führte Moderator Ludwig Weitz durch den Tag. Berit Herger stellte in ihrer Keynote die Demenzstrategie Rheinland-Pfalz 2025–2030, ihre Vision und die damit verbundenen strategischen Ziele vor.
Die gemeinsame Vision lautet, dass sich Menschen mit Demenz sowie ihre An- und Zugehörigen angemessen versorgt und wertgeschätzt fühlen. Dazu gehören eine möglichst frühzeitige Diagnostik, verlässliche Versorgungsstrukturen, gute Beratungsangebote, Prävention sowie eine funktionierende interdisziplinäre Zusammenarbeit mit klaren Informationswegen.
In drei aufeinander aufbauenden Dialogrunden beschäftigten sich die Teilnehmenden zunächst mit der Vision und den strategischen Zielen. Anschließend wurden die operativen Ziele ergänzt und priorisiert. In der abschließenden Runde ging es schließlich um die ganz konkrete Frage: Was können und wollen wir tatsächlich tun und womit können wir beginnen?
Das Werkstattformat eignete sich hervorragend für diesen Austausch. Menschen aus unterschiedlichen beruflichen Bereichen und mit verschiedenen Blickwinkeln kamen miteinander ins Gespräch. Erfahrungen konnten unmittelbar eingebracht, bestehende Ziele kritisch reflektiert und konkrete Handlungsmöglichkeiten entwickelt werden. Daraus entstand ein offener, lebendiger und konstruktiver Austausch auf Augenhöhe.
Für uns als Physiotherapeutinnen und Physiotherapeuten war es wichtig, die Bedeutung der Physiotherapie in der Versorgung von Menschen mit Demenz einzubringen. Physiotherapie kann wesentlich dazu beitragen, Mobilität, Muskelkraft, Gleichgewicht, Gehfähigkeit und Selbstständigkeit möglichst lange zu erhalten. Sie sollte deshalb frühzeitig und regelhaft Teil einer interprofessionellen Demenzversorgung sein – und nicht erst dann zum Einsatz kommen, wenn bereits Stürze, Immobilität oder deutliche Funktionseinschränkungen eingetreten sind.
Neben dem fachlichen Austausch bot der Werkstatt-Tag auch wertvolle Möglichkeiten zur persönlichen Vernetzung. Besonders gefreut hat mich, dass ich bei dieser Gelegenheit meine Kollegin Alessa Böbel aus der Landesgruppe Rheinland-Pfalz des Deutschen Verbandes Ergotherapie (DVE) persönlich kennenlernen konnte. Diese Begegnung unterstrich noch einmal, wie wichtig der Austausch und die Zusammenarbeit zwischen den verschiedenen therapeutischen Berufsgruppen sind.
Insgesamt war der Werkstatt-Tag eine gelungene Veranstaltung, die fachlichen Input, gemeinsames Nachdenken und konkretes Arbeiten sinnvoll miteinander verband. Das Format schuf einen hervorragenden Rahmen, um unterschiedliche Perspektiven zusammenzuführen und aus strategischen Zielen erste Ideen für das praktische Handeln entstehen zu lassen. Die beim Werkstatt-Tag erarbeiteten Inhalte, Anregungen und Ergebnisse werden nun in die Demenzstrategie eingearbeitet. Die überarbeitete Fassung soll im November erneut vorgestellt werden.