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27.07.2026 – Regionalverband Baden-Württemberg

100 Tage neuer Vorstand von Physio Deutschland

Mit Haltung. Mit Verantwortung. Mit einer klaren Vision für die Physiotherapie. 100 Tage sind keine lange Zeit. Aber sie reichen aus, um klarzumachen, wohin wir wollen – und wohin nicht.

Seit der Wahl im April 2026 gestalten Marc Akel als Vorsitzender sowie Alexander Stirner und Marc Zeller als stellvertretende Vorsitzende die berufspolitische Arbeit von Physio Deutschland. Ihr gemeinsames Ziel ist eindeutig: Die Physiotherapie soll endlich den Stellenwert erhalten, den sie verdient – politisch, fachlich und gesellschaftlich.

Die ersten Monate waren intensiv: politische Gespräche, neue Netzwerke, Verhandlungen mit dem GKV‑Spitzenverband, gesundheitspolitische Gesetzgebungsverfahren, interne Neuausrichtung der Geschäftsstelle. 100 Tage, die gezeigt haben: Wir sind nicht nur da – wir bringen uns ein und gestalten mit. Deshalb nehmen wir 100 Tage zum Anlass, eine erste Bilanz zu ziehen.

   

Die Herausforderungen sind groß – unsere Energie größer

Nicht nur die Physiotherapie, sondern das gesamte Gesundheitswesen steht unter Druck. Das GKV‑Beitragsstabilisierungsgesetz, die stockende Digitalisierung, der Fachkräftemangel, Bürokratie, die Weiterentwicklung der Heilmittelversorgung – all das belastet Physiotherapiepraxen jeden Tag. Deshalb standen diese Themen von Beginn an im Mittelpunkt unserer Arbeit.

Marc Akel bringt es auf den Punkt: „Die vergangenen 100 Tage waren geprägt von intensivem Austausch, klarer Positionierung und dem festen Willen, die Interessen unseres Berufsstandes wirksam zu vertreten.“

Wir haben direkt gehandelt und knüpfen damit an die erfolgreiche Arbeit unserer Vorgänger*innen an. Dazu gehören intensive Gespräche mit politischen Entscheidungsträgern, die Zusammenarbeit mit den Heilmittelverbänden sowie eine stärkere Präsenz von Physio Deutschland auf Bundesebene.

   

Politik gestalten statt nur begleiten – klare Haltung, starke Position

Die vergangenen Monate haben gezeigt: Wer die Physiotherapie stärken will, muss Konflikte aushalten und Position beziehen.

Beim GKV‑Beitragsstabilisierungsgesetz haben wir uns gemeinsam mit Partnerverbänden gegen die negativen Auswirkungen des Gesetzes gestemmt. Trotz intensiven Einsatzes wurden zentrale Forderungen der Heilmittelerbringenden nicht berücksichtigt, das ist enttäuschend. Aber es ist auch ein Auftrag: Wir werden künftig früher, deutlicher und beharrlicher in Gesetzgebungsverfahren intervenieren. „Wir müssen die Stimme der Physiotherapie dort einbringen, wo gesundheitspolitische Entscheidungen getroffen werden – konsequent, konstruktiv und mit klarer Haltung“, betont Marc Akel.

Auch bei der Digitalisierung sehen wir erheblichen Nachholbedarf. Im Schatten des Beitragsstabilisierungsgesetzes läuft das Gesetzgebungsverfahren des GeDIG. Das Gesetz für Daten und digitale Innovation sollte Fortschritt bringen. Stattdessen beinhaltet es vor allem weitere Verschiebungen der Fristen. Darüber hinaus zeigt die Realität, dass fehlende technische Voraussetzungen und zusätzlicher bürokratischer Aufwand den Praxisalltag vieler Therapeutinnen und Therapeuten weiterhin erschweren.

„Digitalisierung darf kein Selbstzweck sein. Sie muss funktionieren, sie muss finanziert sein, sie muss den Arbeitsalltag in den Praxen entlasten und sie muss einen Mehrwert für Patientinnen und Patienten schaffen“, legt Marc Zeller den Finger in die Wunde.

Neben den aufgeführten Gesetzgebungsverfahren engagieren wir uns in den Verhandlungen mit dem GKV-Spitzenverband, insbesondere zur Blankoverordnung und den Fort- und Weiterbildungen in der Physiotherapie (Anlage 7 des Rahmenvertrages). Unser Anspruch und unsere Linie sind dabei vollkommen klar:

  • weniger Bürokratie
  • praxistaugliche Erweiterung der Blankoverordnung
  • wirtschaftliche Stabilität
  • Versorgungssicherheit

Wir sitzen am Verhandlungstisch und haben dort mit allen Physiotherapie-Verbänden eine klare Stimme.

“Denn Fort- und Weiterbildung entscheiden darüber, wie sich unsere Profession weiterentwickelt. Wir brauchen klare, moderne und praxistaugliche Regelungen, die den tatsächlichen Anforderungen in der Physiotherapie gerecht werden. Mein Anspruch ist, dass Fortbildung nicht als Pflicht verstanden wird, sondern als Chance – für Qualität, für berufliche Perspektiven und für die Zukunft unseres Berufsstandes“, beschreibt Alexander Stirner die Aktivitäten von Physio Deutschland in der Weiterentwicklung der Anlage 7 zum Rahmenvertrag.

   

Den Beruf gemeinsam zukunftsfähig machen – weil Physiotherapie mehr verdient

Neben den aktuellen politischen Themen richten wir unseren Blick konsequent nach vorne. Wir denken nicht nur an die nächsten Wochen und Monate, sondern an die kommenden Jahre. Eine moderne Physiotherapie braucht ein novelliertes Berufsgesetz, eine angemessene Vergütung, eine starke und klare Rolle in der Primärversorgung sowie attraktive Arbeitsbedingungen und Karrierewege.

Physiotherapie ist systemrelevant und ein unverzichtbarer Bestandteil einer modernen Gesundheitsversorgung. Wir setzen uns jeden Tag dafür ein, dass diese Realität politisch ankommt.

Das können wir als Vorstand von Physio Deutschland nicht allein machen. Die Stärke von Physio Deutschland lebt von seinen Mitgliedern, den Regionalverbänden, den ehrenamtlich Engagierten und den Mitarbeitenden der Geschäftsstellen. Gemeinsam wollen wir das Potenzial der Physiotherapie in Prävention und Gesundheitsförderung konsequent nutzbar und den Berufsstand noch sichtbarer machen – gegenüber Politik, Kostenträgern, Öffentlichkeit und innerhalb des Gesundheitswesens.

Unser Weg geht nach den ersten 100 Tagen mit viel Motivation und Nachdruck erst los. Eine starke Physiotherapie braucht einen starken Berufsverband. Und ein starker Berufsverband lebt von Menschen, die gemeinsam Verantwortung übernehmen.