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14.06.2018

Vorstand vor Ort: Sondierungsgespräch zur Schulgeldfreiheit

Am 12. Juni 2018 fand ein ausführliches Gespräch zur Abschaffung des Schulgeldes in Berlin mit Staatssekretär Herrn Boris Velter und Rainer Großmann (Vorstandsmitglied des Länderverbund Nordost) sowie Beatrix Watzl (engagiertes Verbandsmitglied) statt.

Herr Velter war über den Notstand bei den Heilmittelerbringern im Bilde und unterstützt die Forderung der Schulgeldfreiheit. Klarheit bestand darüber, dass die Schulgeldfreiheit, als Teil eines Gesamtpaketes, zu den notwendigen Veränderungen gehört, um den Beruf zu modernisieren. Zum Gesamtpaket gehören u.a. die angemessene Vergütung, die Akademisierung, die Qualitätssicherung und die Neuausrichtung der Kompetenzen. Dies sei jedoch nicht ohne Übernahme einer Budgetverantwortung umsetzbar, so Herr Staatssekretär Velter.

Verschiedenste Wege zur Zielerreichung Schulgeldfreiheit wurden beim Treffen diskutiert. Von Herrn Velter haben wir erfahren, dass die Schulgeldfreiheit bundeseinheitlich durchgesetzt werden soll. Die hierfür zuständige Bund-Länder Arbeitsgruppe „AG Berufe“ ist unter anderem auch für die Novellierung des Berufsgesetzes zuständig.

Der Weg über die Akademisierung sollte weiter gefördert werden, damit die Heilmittelerbringer nicht durch die Pflege und die Hebammen abgehängt werden. Für die Hebammen wird die Vollakademisierung für 2020 angestrebt.

Das Schulgeld ist für viele interessierte junge Leute und deren Eltern ein K.O.- Kriterium, wenn es um die Ausbildung als Physiotherapeut, Logopäde oder Ergotherapeut geht.

Die bereits in 2015 abgeschlossene Befragung im Auftrag der Ministerien (Berlin und Brandenburg) für ausgewählte Gesundheitsfachberufe hat ergeben, dass bis zum Jahr 2030 insgesamt 20.000 Physiotherapeuten für die Versorgung der Versicherten in Berlin benötigt werden. Pro Jahr bestehen lediglich rund 300 Auszubildende das Staatsexamen. Das deckt bei weitem nicht den Bedarf. Die Schulgeldfreiheit kann nur der erste Schritt in die richtige Richtung sein.

Da viele Praxen bereits Therapeuten aus der EU oder Drittstaaten beschäftigen, wurden unserseits die langen Bearbeitungszeiten der Anerkennung beim LaGeSo angesprochen. Herr Velter teilte uns mit, dass die Mitarbeiterzahl im LaGeSo bereits erhöht wurde, um die Fristen entsprechend einhalten zu können. Die Anerkennung eines ausländischen Mitarbeiters ist auf drei Monate beschränkt. Sollte es zu Verzögerungen kommen, können unsere Mitgliedspraxen dies gern der Geschäftsstelle im Länderverbund Nordost melden.

Wir haben vereinbart den Dialog kontinuierlich fortzusetzen.