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21.07.2020

Politik weist Forderung nach Bonusregelung für weitere Berufsgruppen zurück – PHYSIO-DEUTSCHLAND hakt mit Partnern nach!

Die vom Gesetzgeber geregelte Bonuszahlung für alle Beschäftigten in der Altenpflege ist richtig, sie greift aber zu kurz und muss aus Sicht von PHYSIO-DEUTSCHLAND auf alle systemrelevanten Berufsgruppen im stationären Bereich ausgeweitet werden – Informationen zum aktuellen Stand der Aktivitäten.

Systemrelevante Berufsgruppen fordern Erweiterung von Bonuszahlungen

In Krankenhäusern und stationären Gesundheitseinrichtungen arbeiten eine Vielzahl von Berufsgruppen direkt mit und an den infizierten Patienten – aus unserer Sicht steht ihnen allen eine Sonderzahlung für die außergewöhnliche Gefährdung in den letzten Monaten zu. Aus Sicht von PHYSIO-DEUTSCHLAND und den Partnern der Arbeitsgemeinschaft Medizinalfachberufe (AG MFA) greift die Geste der Politik für die Berufsangehörigen der Altenpflege zu kurz.

Bereits Mitte Mai 2020 hat die AG MFA die Forderung auf Nachbesserung mit einem offenen Brief an Bundesgesundheitsminister Jens Spahn sowie an alle Landesgesundheitsminister und -ministerinnen bekräftigt. Eine erste schriftliche Rückmeldung aus dem Gesundheitsministerium NRW liegt nun vor.

Politik windet sich und erteilt Berufsangehörigen eine Absage

Ende Juli hat die AG MFA eine Antwort aus der Abteilung Altenpolitik und Pflegerecht, Referat Soziale Pflegeversicherung des Ministeriums für Arbeit, Gesundheit und Soziales für das Bundesland NRW erreicht. Erwartungsgemäß geht es in diesem Schreiben überwiegend um die Perspektive der Pflege beziehungsweise der Altenpflege und leider nicht um die Belange der ebenfalls systemrelevanten Gesundheitsfachberufe im stationären Bereich. Das ist schade und lässt erkennen, dass die Forderung der berufsgruppenübergreifenden Verbände noch nicht an der richtigen Stelle im System angekommen ist.

Tatsache ist: Die Kolleginnen und Kollegen unserer Berufsgruppen haben unter erschwerten Bedingungen, teilweise ohne adäquate Schutzausrüstung über Wochen hinweg ihre Gesundheit für das Wohl ihrer Patienten riskiert. Eine Analyse unter den AOK-Mitgliedern aus Juli 2020 zeigt deutlich eine erhöhte Arbeitsunfähigkeit in den Medizinalfachberufen. Die Beschäftigten sind hier nicht nur temporär arbeitsunfähig geworden, sondern eine große Zahl von ihnen ist chronisch erkrankt. Das bestätigt eine aktuelle Erhebung der Gesetzlichen Unfallversicherung, die bereits mehr als 5.700 Berufserkrankungen durch Covid-19 anerkannt hat. Auch aus diesem Grund bleibt die Forderung der AG MFA an die Politik aktuell: Weiten Sie die Bonuszahlungen aus!

Berufsverbände fordern zum Dialog auf

Die AG MFA hat dem Ministerium in NRW den persönlichen Dialog angeboten und in ihrem Antwortschreiben nochmals die Gründe für eine Ausweitung der Bonuszahlungen dargelegt.

Auch die Signale aus dem Bundesministerium für Gesundheit sind eher negativer Natur. Zwar hat die AG MFA auf ihr Schreiben noch keine direkte Antwort erhalten, aber wie im Deutschen Ärzteblatt am 17. Juli 2020 zu lesen war, hat Minister Spahn gerade den Angehörigen im Rettungsdienst eine Absage für eine Bonuszahlung erteilt – siehe hier.

PHYSIO-DEUTSCHLAND wird gemeinsam mit den weiteren Verbänden in der AG MFA an diesem Thema dran bleiben, weil es die Kolleginnen und Kollegen im stationären Bereich verdienen und die Politik die Tragweite der Systemrelevanz dieser Berufsnagehörigen verstehen muss.

Über die AG MFA

Die AG MFA setzt sich ein für

  • die angemessene Berücksichtigung der Interessen ihrer Berufsangehörigen in Politik und Praxis

  • adäquate Vergütung, Arbeitsbedingungen und Aufstiegschancen

  • eine kontinuierliche Verbesserung der Qualität in Leistungserbringung, Aus- und Weiterbildung.

Der Schwerpunkt liegt dabei auf den Interessen der angestellten Berufsangehörigen im stationären Bereich. Mehr Infos zur AG MFA gibt es unter www.agmfa.de.